Fahrtbericht 12/15 Kaunertaler Gletscher


Der Skifahrer, Fortgeschrittener wie Anfänger, ist das Kurvenfahren gemeinhin gewohnt, schließlich ist es fundamentaler Bestandteil seiner Profession. Wenn selbst der Lohrbär jedoch schon vor dem Betreten der Piste einem Schleudertrauma nahe ist, liegen besondere Umstände vor.

37 Serpentinen musste der Ski Club Mount Lohr jeden Morgen überwinden, um unserem schönen Skisport frönen zu können. Wer die halbstündliche Fahrt mit Unterstützung unseres Fahrers Viktor – seine Fahrkünste seien weiter unten nochmals ausführlich gelobt! – gemeistert hatte, denn erwartete dann aber auch ein Traum in weiß. Schöner als jedes Hochzeitskleid lagen sie da, die Pisten des Kaunertaler Gletschers.

Die "Grenzerfahrungen" des Lohrbär

Die “Grenzerfahrungen” des Lohrbär

Wer die Ankunft von Frankfurts geilstem Ski Club in den Abendstunden des 10.Dezember noch nicht bemerkt hatte, war sich spätestens am Freitagmorgen bewusst, welche Stimmgewalt die Hessen mit ins abgelegene Kaunertal brachten. Mit ihren schnittigen neuen Skijacken ausgerüstet, strömte die illustre Gruppe aus Top-Athleten, solchen, die es mal waren, und solchen, die es noch werden wollen, unter lautem Geheul Richtung Karlesjoch, Flaginjoch und Weißkugel.

Während keiner eine schlechte Figur machte, gebührt unserem Skilehrer Nils ein besonderes Lob für die heißeste Abfahrtshocke und den hochwertigen Proficrashkurs, der unsere Nachwuchstalente Magda und Noelle fit für den Weltcup gemacht hat.

Nach der sportlichen Betätigung, die auf über 3.000 Metern doch ein paar mehr Spuren hinterlässt, als es auch die erfahrenen Alpinisten gewohnt sind, war der Freitagabend den leiseren Tönen vorbehalten. Bei verschiedensten Gemeinschaftsspielen wurde das beste Pokerface des Ski Clubs gesucht.

Freie Fahrt für den Ski Club!

Freie Fahrt für den Ski Club!

Erholt wie nie machte sich der Mount Lohr Clan am frühen Samstagmorgen wieder auf den Weg in die sauerstoffärmsten Regionen Tirols. Gezielt wurde der Stangenwald des tschechischen Ski-Kaders attackiert – vor allem unser Anwärter auf den Lohrbären der Saison zeigte sich von seiner besten Seite. Fahrerische und optische Exzellenz auch dank der brandneuen Ski Club Mount Lohr Jacke markierten das Kaunertal trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit deutlich als Ski Club Mount Lohr Territorium. Für diverse österreichische Snowboarder, die die Vormachtstellung der Frankfurter mit rüden behind-the-back-Attacken in Zweifel ziehen wollten, war der Gebietsverlust nur schwer zu verschmerzen.

Warmer Wein macht müde Knochen munter – sagte schon Sokrates. Frei nach diesem altgriechischen Motto flanierte der Ski Club am Samstagabend auf dem Feichtener Adventsmarkt. Durch stimmliche und tänzerische Urgewalt fanden die Hessen schnell Anschluss an die einheimische Bergbevölkerung, deren Kapelle sich eine Zugabe für die weitgereisten Gäste nicht nehmen ließ.

Die tapferen der 4. Mount Lohr Fahrt

Die tapferen der 4. Mount Lohr Fahrt

Auch im weiteren Verlauf wurde aktive Regeneration groß geschrieben – so groß, dass der nächste Morgen zur wahren Probe der Willenskraft wurde. Wahrscheinlich war die Stille am Frühstückstisch aber bei vielen Fahrtteilnehmern vielmehr dem Videostudium geschuldet. Unter Jörgs Federführung konnten alle Interessierte ihre Fahrthaltung und Dynamik einer kritischen Prüfung unterziehen. Das Ergebnis auf der Piste konnte sich sehen lassen. Mit den letzten Körnern retteten sich alle 28 Skifahrer und Boarder ins Ziel, wo Viktor schon mit dem Mount Lohr Mobil wartete.

Alle Fotos zur in jeder Hinsicht atemberaubenden Kaunertal-Fahrt findet ihr hier. Einen besonderen Warnhinweis muss der Ski Club Mount Lohr an dieser Stelle an alle österreichischen Rowdy-Boarder aussprechen: Wir kommen wieder – härter, schneller und besser als je zuvor!