Fahrtbericht 03/18 Kitzbühel


Am Ende war der Schmerz. Sechs lange Monate war die Saison schon alt, die Muskeln erschlafft, die mentale Leistungsfähigkeit erschöpft. Viel hätten kapituliert, wären gar nicht erst zum letzten Rennen nach Kitzbühel gefahren. Doch die Lohrbär Crew biss die Zähne zusammen und zaubert eines der eskalativsten Feuerwerke der Apre-Ski Geschichte in den Schnee.

Schon zu Beginn des Trips zeigte sich der unvergleichliche Teamspirit als die zahlreichen Businsassen den in der Kälte zitternd Wartenden selbstlos die letzten Sandwiches offerierten. Die Bedürftigen labten sich an der köstlichen Speise und sammelten Kräfte für den ersten Trainingstag. Freitagsmorgens, als noch silberner Raureif die Fensterläden umspielte und die ersten Zipfel der Sonne ganz langsam die ersten Berggipfel in güldenes Licht tauchte, waren die ehrgeizigen Racer vom Ski Club Mount Lohr bereits auf dem Weg gen Piste. In einem All-body-Lohrbär-Spezial-Workout wurde die Truppe von den erfahrenen Drill Instructors vorbereitet, um dann in gleichförmiger Eleganz Richtung Tal zu entschwinden. Ski Club Herz, was willst du mehr?

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Nach dem kräftezehrenden Skitag war abends Regeneration angesagt. Auch hier zeigte sich der Ski Club innovativ: Erstmals in der Geschichte des Hauses Noichl war die schwül-warme Alpen-Sauna im Soutterain bis auf den letzten Platz gefüllt, als es zur sagenumwobenen Lohrbär-Wahl ging. Der Clou des Recovery-Abends: Saunameister Patrick heizte kräftig ein mit fachmännischen Aufgüssen und kalter Gerstenschorle. Derart entschlackt starteten alle top vorbereitet in den Race Tag, um furchtlos die Streif zu bezwingen. Sekündlich wurden vom Streckenpersonal neue Bestzeiten durchgegeben, die einen Hermann Maier erblassen ließen. Bei einer zünftigen Jause wurde auf die sportlichen Errungenschaften angestoßen, der Nachmittag zum Bräunen oder Schunkeln genutzt. Bedauernswert allein das Pflichtbewusstsein örtlicher Busfahrfachkräfte, die in ihrem Überehrgeiz doch glatt verfrüht abfuhren und die Gruppe so ungeplant zur Trennung zwangen.

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Der Abend stand im Zeichen fescher Mädel und flotter Buam – selten hatten hessischen Flachlandindianer solch üppige bajuwarische Reize genossen. In einer nie dagewesenen Pracht zelebrierte der Ski Club seine Vormachtstellung auf Tresen und Tanzfläche. Hach, Ski Club, mein Herz schlagt nur für di!

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Ungeachtet der nächtlichen Ertüchtigung, blieb die Eleganz, mit der die Lohrbär Crew am frühen Sonntag auf filigranen Carbonlatten die Pisten dominierte, eine unvergleichliche Augenweide. Herzerweichend die Tränen dann beim doch so baldigen Abschied. Ein letztes Klicken der Bindung, mit der Hand noch einmal durch den kristallklaren Schnee fahren und sich dann selbst auf die Schulter klopfen für einen geilen Winter. Wir sehen uns. In sieben Monaten. Auf der Piste.